
Am 24. September 2025 feierte die DGAP ihr 70. Jubiläum mit einem großen Festakt in Berlin-Tiergarten. DGAP-Präsident Tom Enders begrüßte die rund 300 geladenen Gäste im eigens errichteten Festzelt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in seiner Eröffnungsrede die DGAP als „tragenden Pfeiler unserer diplomatischen Infrastruktur“, sowie ihre unabhängigen wissenschaftlichen Analysen und Impulse für wichtige Debatten.
70 Jahre, 300 Gäste, eine Mission
70 Jahre DGAP – da kommt eine Menge Geschichte zusammen, an die zu erinnern sich lohnt. Das Jubiläum verknüpfte diesen Blick zurück mit dem Blick nach vorn, auf künftige Forschung und Beratung für die deutsche und europäische Außen- und Verteidigungspolitik.
Die Festbeiträge spannten den Bogen vom Gründungsjahr 1955 bis heute und erinnerten an bewegte Zeiten von der Wiederbewaffnung über den Kalten Krieg und die europäische Einigung bis zu Russlands Angriff auf die Ukraine. Nach all den Jahrzehnten stehen Sicherheit und Verteidigung erneut oben auf der Tagesordnung, so der Tenor.
Neben unseren Vorstandsmitgliedern und ehrenamtlichen Regionalforenleiterinnen und -Leitern aus ganz Deutschland waren viele jener dabei, die die DGAP über viele Jahre begleitet und gefördert haben. Darunter BDI-Präsident Peter Leibinger, unser Vorstandsmitglied und „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm, sowie der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Geza von Geyr. Der britische Europahistoriker Timothy Garton Ash, Mitglied des Präsidiums der DGAP und ihr seit Jahrzehnten engstens verbunden, sandte einen Videoglückwunsch aus Oxford.
Eine ganz besondere Freude und Ehre war es uns, zwei Persönlichkeiten an diesem Abend mit dabei zu haben, die die DGAP über viele Jahre und auf unterschiedliche Weise geprägt und gestaltet haben: Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Kaiser, langjähriger, inhaltlich und strukturell impulsgebender Direktor, der eigens aus den USA angereist war, sowie DGAP-Ehrenpräsident Arend Oetker, der die Junge DGAP sowie die Regionalforen initiierte, mithin für eine Verankerung der Organisation auch jenseits des politischen und diplomatischen Berlin sorgte.
Geopolitik, Technologie, Sicherheit
Strategischer Kompass zu sein, ist sowohl Auszeichnung als auch Auftrag. Otto-Wolff-Direktor Thomas Kleine-Brockhoff fasste die aktuellen politischen Hintergründe zusammen und skizzierte auf dieser Leinwand die künftige inhaltliche Ausrichtung der Organisation: Sicherheit und Verteidigung, europäischer Zusammenhalt, Technologie und Geoökonomie – die entsprechenden Forschungszentren konnten inzwischen neu aufgestellt werden und haben ihre Arbeit aufgenommen. Ebenso das Karl Kaiser Forum für strategische Fragen.
Junge DGAP: Strategic Youth Congress erfolgreich gestartet
Die Junge DGAP verbindet erfolgreich Debatte, Nachwuchsförderung und praktische außenpolitische Erfahrung: Dies zeigte unter anderem der erste Strategic Youth Congress (SYC), der einen Tag vor der Jubiläumsfeier am 23. September in Berlin stattfand. Die ehrenamtlich organisierte Konferenz stand unter der Schirmherrschaft von Reem Alabali-Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Durch einen Peer-to-Peer-Ansatz kamen beim SYC junge Menschen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Gemeinsam diskutierten sie die Auswirkungen der globalen Machtverschiebungen auf Deutschland, welche Interessen es vorrangig zu sichern gilt und welche Rolle junge Menschen in diesem Prozess einnehmen.
70 Jahre DGAP
1945-1955

Aus dem Geist des
Widerstandes
Mit der offiziellen Registrierung des Verlagsunternehmens „Europa-Archiv“ legt Wilhelm Cornides am 6. Juli 1945 in Frankfurt den Grundstein zur Herausgabe einer außenpolitischen Zeitschrift. Nach Bewilligung durch die Besatzungsbehörde erscheint im Juli 1946 die erste Ausgabe der Zeitschrift in einer Auflage von 10.000 Stück. Die später in IP – INTERNATIONALE POLITIK umbenannte Zeitschrift trug den Namen Europa-Archiv bis 1995.
1955

Gründung der DGAP
1955 ruft Theodor Steltzer, Leiter des Instituts für Europäische Politik und Wirtschaft, mit 20 weiteren Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zur Gründung der DGAP auf. Vorbild ist das britische Chatham House.
1960-1970

Eine strategische Gemeinschaft
Mitten in Bonn gelegen, wird die DGAP zur Keimzelle des forschungsbasierten, parteiübergreifenden Austausches über die deutsche Außenpolitik.
1970-1980
Ostpolitik – und ein Generationenwechsel
Bundeskanzler Willy Brandt setzt mit seinem Kniefall 1970 ein Zeichen für die neue Ostpolitik. Die DGAP begleitet und fördert den Kurswechsel. Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Kaiser tritt die Nachfolge von Karl Carstens als Direktor des Forschungsinstituts an.
1980-1990
Forschungsaufbau und internationale Vernetzung
Die DGAP antwortet auf die Wirtschaftskrise und die Vergrößerung der Europäischen Union mit einem größeren Portfolio an Forschung und Beratung.

1990-2000

Außenpolitik im Umbruch
Deutsche Wiedervereinigung, Zerfall der Sowjetunion, Balkankriege, Golfkrieg, das Internet: In den 1990er Jahren verändert sich die Welt grundlegend. 1990 spricht Nelson Mandela in der DGAP über die Zukunft Südafrikas.
2000-2010

Außenpolitik in der globalisierten Welt
Die Gästeliste der DGAP spiegelt die weltweiten Herausforderungen des neuen Millenniums. Außerdem entfaltet die DGAP eine einzigartige Breitenwirkung.
2010-2020

Disruption und Volatilität
Die Rahmenbedingungen der deutschen Außen-, Sicherheits- und Europapolitik verändern sich grundlegend und so transformiert sich auch die DGAP. Eine Stiftung wird zur langfristigen Sicherung der Finanzierung der DGAP gegründet. 2012 hält IWF-Chefin Christine Lagarde in der DGAP eine viel beachtete Grundsatzrede, in der sie mit ihrer Forderung, den Euro-Rettungsschirm ESM aufzustocken, den Druck auf die Bundesregierung erhöht.
2025

70 Jahre DGAP
Sicherheit, Zusammenhalt, Technologie. In der aktuellen Lage wird die DGAP besonders gebraucht.







































